„Hast du noch alle Tassen im Schrank?“ – Wenn der Verstand vakant ist

Die Frage, ob jemand noch alle Tassen im Schrank hat, klingt skurril – aber jeder versteht, was gemeint ist: Ist die Person noch ganz bei Verstand? Diese humorvolle Umschreibung für geistige Abwesenheit gehört fest zum deutschen Sprachgebrauch und lädt dazu ein, über die Absurdität menschlichen Verhaltens zu schmunzeln.

Die Redewendung spielt mit dem Bild eines Schranks, in dem jede Tasse für einen klaren Gedanken steht. Fehlt eine, stimmt etwas nicht. Doch das ist nur eine von vielen kreativen Beschreibungen für den Verlust der geistigen Fitness.

Man kann auch sagen, jemand hat eine Schraube locker, eine Meise oder sogar einen Dachschaden. „Plemplem sein“ oder nicht alle Latten am Zaun haben – all diese Ausdrücke transportieren ähnliche Botschaften: Die innere Ordnung ist durcheinander. Ob aus Laune oder echter Sorge: Solche Sprüche werden oft im Scherz gebraucht, aber sie berühren doch ein ernstes Thema – den Umgang mit dem, was als „normal“ gilt.

Interessant ist, wie viel Fantasie die deutsche Sprache hier entfaltet. Statt bloß von „Wahnsinn“ zu sprechen, denkt man an Schränke, Zäune, Köcher oder Schüsseln. Jede Redensart hat ihren eigenen Charme, ihre eigene kleine Geschichte.

Und doch bleibt die Frage: Wer von uns hat wirklich alle Pfeile im Köcher? Vielleicht ist es gerade die kleine Macke, die uns menschlich macht.

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