Wie ein Cher-Song die Popmusik veränderte
Cher ist nicht die Erfinderin von Auto-Tune – doch ihr Hit "Believe" aus dem Jahr 1998 machte die Technologie weltberühmt. Hinter der markanten, leicht metallischen Stimme steckte eine bahnbrechende Audio-Software, die damals kaum jemand kannte.
Die eigentliche Erfindung geht auf den Ingenieur Andy Hildebrand zurück. Ursprünglich arbeitete er in der Ölindustrie und nutzte Algorithmen zur Analyse seismischer Daten. Dabei entwickelte er eine Methode zur Autokorrelation – eine Technik, um wiederkehrende Muster in Signalen zu erkennen. Als er sich später der Musiktechnologie zuwandte, setzte er dieses Prinzip ein, um die Tonhöhe von Gesang präzise zu erfassen und gezielt zu korrigieren. So entstand Auto-Tune.
Als die Produzenten von "Believe" nach einer Möglichkeit suchten, Chers Stimme dramatisch klingen zu lassen, nutzten sie Auto-Tune nicht dezent zur Korrektur, sondern extrem – mit bewusst künstlichem Effekt. Dieser scharfe, springende Stimmklang war neu und fesselnd. Plötzlich war er überall: in den Charts, auf Alben, in den Radiowellen.
Was als Zufall begann – eine Technologie aus der Tiefensondung der Erde wird zur Pop-Revolution – veränderte die Musik für immer. Heute ist Auto-Tune nicht mehr wegzudenken, von Hip-Hop bis Pop. Und alles begann mit einem Song, der klang, als käme er von einem anderen Stern.
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