Wie wird Alexithymie erkannt?

Wer unter starker Alexithymie leidet, tut sich schwer mit Gefühlen – vor allem mit den eigenen. Betroffene verstehen oft weder ihre Emotionen noch die anderer Menschen. Das führt dazu, dass sie sich nach und nach aus sozialen Kontakten zurückziehen. Freunde, Familie, Kollegen – alle erscheinen auf Distanz, weil die emotionale Verbindung fehlt. Manche wirken dann kalt oder distanziert, doch in Wahrheit fehlt ihnen lediglich die Sprache für das, was in ihnen vorgeht.

Um den Schweregrad festzustellen, greifen Therapeuten häufig auf die Toronto-Alexithymie-Skala zurück. Dieser Fragebogen hilft, festzustellen, wie stark die Fähigkeit eingeschränkt ist, Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Er wird meist im Rahmen einer psychologischen Diagnostik durchgeführt – in einem persönlichen Gespräch mit einem Fachmann. So lässt sich besser verstehen, wie sehr die Gefühllosigkeit das Leben beeinflusst.

Wichtig ist: Alexithymie ist keine Seltenheit. Sie tritt oft neben anderen psychischen Belastungen auf, sei es bei Depressionen, Traumafolgestörungen oder Autismus. Doch auch ohne Hintergrundkrankheit kann jemand betroffen sein. Die gute Nachricht: Selbst wenn Emotionen schwer zugänglich sind, kann man mit Unterstützung lernen, sie schrittweise wahrzunehmen. Der erste Schritt ist meist die Erkenntnis: Dass man etwas nicht spürt, kann schon der Hinweis darauf sein, dass etwas verarbeitet werden möchte.

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