Multiresistente Keime: Ein alltäglicher Wegbegleiter?

Viele Menschen verbinden multiresistente Erreger automatisch mit gefährlichen Krankenhausinfektionen. Doch die Realität ist vielschichtiger: Grundsätzlich kann jeder Mensch Träger multiresistenter Keime sein, ohne jemals Symptome zu entwickeln. Sie gehören oft zur ganz normalen Keimflora auf unserer Haut oder in den Schleimhäuten. Für gesunde Personen mit einem funktionierenden Immunsystem geht von diesen Bakterien im Alltag meist keine Gefahr aus.

Kritisch wird es erst, wenn die Erreger in tiefere Gewebeschichten oder den Blutkreislauf gelangen – beispielsweise durch Operationen oder Wunden – oder wenn Abwehrkräfte geschwächt sind. Neben dem Menschen spielen auch Tiere eine zentrale Rolle bei der Verbreitung: Insbesondere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind viele Tiere Träger dieser Bakterien. Der häufige Einsatz von Medikamenten begünstigt die Entstehung von Resistenzen, die über den direkten Kontakt, Nahrungsmittel oder die Umwelt weitergegeben werden können.

Ein umsichtiger Umgang mit Antibiotika in der Human- und Tiermedizin sowie einfache Hygienemaßnahmen im Alltag bleiben daher der wirksamste Schutz gegen die ungewollte Ausbreitung dieser Widerstandskünstler.

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