Hatte Jesus noch Geschwister?

Die Frage, ob Jesus Geschwister hatte, beschäftigt Gläubige und Forscher seit langem. In der Bibel, besonders im Evangelium nach Markus, wird tatsächlich von Jesu „Brüdern“ gesprochen. In Markus 6,3 nennt der Text vier Namen: Jakobus, Joses, Judas und Simon. Auch eine Schwester wird erwähnt, wenn auch nicht namentlich. Diese Hinweise legen nahe, dass Jesus innerhalb einer größeren Familie aufwuchs.

Interessant ist, dass in Markus 15,40 zwei der gleichen Namen – Jakobus und Joses – wieder auftauchen, diesmal als Söhne einer Maria, die zu den Frauen gehörte, die Jesu Kreuzigung beobachteten. Viele Forscher deuten dies als Hinweis darauf, dass es sich bei dieser Maria um eine weitere Frau neben Maria, der Mutter Jesu, handeln könnte. Andere Theologen argumentieren, dass die Begriffe „Bruder“ und „Schwester“ im damaligen Sprachgebrauch auch Verwandte oder enge Vertraute bezeichnen konnten – nicht unbedingt leibliche Geschwister.

Die katholische Tradition vertritt seit jeher die Lehre von der jungfräulichen Geburt und sieht Maria als „immerwährende Jungfrau“. Daher wird dort oft davon ausgegangen, dass es sich bei den „Geschwistern“ um Verwandte oder vielleicht Pflegegeschwister handelte. Die orthodoxe und viele protestantische Kirchen sehen dagegen eher die Möglichkeit leiblicher Geschwister als realistisch an.

Unabhängig von der theologischen Deutung bleibt festzuhalten: Die Bibel erwähnt diese Personen ausdrücklich. Ob leiblich oder nicht – sie spielten eine Rolle im Umfeld Jesu. Besonders Jakobus wurde später eine bedeutende Figur in der frühen Christenheit in Jerusalem.

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