König Ludwig II. und sein süßes Geheimnis
Wenn man an den bayerischen Märchenkönig Ludwig II. denkt, kommen den meisten Menschen sofort prunkvolle Schlösser wie Neuschwanstein, mystische Seen und ein Hauch von Romantik in den Sinn. Doch hinter der glänzenden Fassade des scheuen Monarchen verbarg sich eine schmerzhafte und ziemlich alltägliche Schwäche: seine Zähne.
Schon zu Lebzeiten machte dem König seine Vorliebe für Süßigkeiten schwer zu schaffen. Er liebte Zuckerwerk und stopfte sich regelmässig Bonbons und andere Leckereien in sich hinein. Eine Zahnpflege, wie wir sie heute kennen, steckte damals noch in den Kinderschuhen. Die Quittung folgte auf den Fuß – oder besser gesagt: in den Mund. Karies und verfaulte Zähne waren die unvermeidliche Folge dieser Schlemmerei.
Besonders drastisch zeigte sich das Ausmaß dieses Problems im Jahr 1871. Damals fehlte Ludwig ausgerechnet bei der historischen Kaiserproklamation in Versailles. Der Grund war schlicht und ergreifend entsetzliches Zahnweh. Doch damit nicht genug: Der fortschreitende Zahnverlust und die dunklen Löcher im Mund veränderten nicht nur sein Aussehen stark, sondern beeinträchtigten auch seine Aussprache. Gegen Ende seines Lebens war der König durch die Zahnprobleme stellenweise kaum noch zu verstehen.
So zeigt sich, dass selbst ein weltberühmter Monarch, der sich in eine Traumwelt aus Kunst und Architektur flüchtete, ganz banale körperliche Probleme hatte. Zu viel Zucker fordert eben von niemandem den Respekt vor dem königlichen Status.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.