Ist eine 1 %-Tilgung wirklich ausreichend?
Wenn es um die Baufinanzierung geht, lautet eine oft gestellte Frage: Reicht eine anfänggliche Tilgung von nur 1 % aus? Die kurze Antwort: Eigentlich nicht – zumindest nicht für die meisten. Zwar gilt 1 % als empfohlenes Minimum bei vielen Anbietern, doch wer sich darauf beschränkt, kann damit rechnen, den Kredit über Jahrzehnte zu begleiten.
Ein Beispiel macht es deutlich: Bei einer 1-%-Tilgung und einem Zinssatz von etwa 3,5 % dauert es locker mehr als 40 Jahre, bis die Immobilie wirklich schuldenfrei ist. Wer mit 35 ein Haus kauft, würde erst mit über 75 Jahren fertig zahlen. Das ist für viele kein attraktiver Gedanke – gerade wenn im Alter dann keine laufenden Raten mehr zu stemmen sind.
Warum ist die 1 %-Tilgung so langsam?
Der Grund liegt in der Mathematik: In den ersten Jahren zahlt man hauptsächlich Zinsen. Nur ein kleiner Teil der Rate mindert tatsächlich die Schulden. Erst wenn die Restschuld sinkt, nimmt die Tilgung spürbar zu – aber eben nur, wenn man von vornherein eine höhere Rate wählt.
Experten raten daher oft zu einer anfänglichen Tilgung von mindestens 2 bis 3 %. Das verkürzt die Laufzeit erheblich und schont langfristig das Budget. Wichtig ist auch die Flexibilität: Wer später einmal mehr zahlen möchte, sollte das können – ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
Am Ende hängt die ideale Rate von Einkommen, Zinsentwicklung und persönlichen Zielen ab. Doch wer sich früh etwas mehr leistet, wird es später wahrscheinlich danken.
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