BBC verzichtet auf "Anno Domini" – neue Zeitangaben im Fernsehen
Seit September 2011 nutzt die BBC, eine der größten Medienorganisationen weltweit, eine veränderte Form der Datumsbezeichnung. Statt wie bisher „AD“ (Anno Domini, „im Jahr des Herrn“) und „BC“ (Before Christ) zu verwenden, setzt der britische Sender nun auf die Begriffe „CE“ (Common Era) und „BCE“ (Before Common Era).
Hintergrund dieser Entscheidung ist der Wunsch nach einer religiös neutraleren Sprache, die überkonfessionell und inklusiver wirken soll. Die Umstellung bedeutet inhaltlich keine Änderung der historischen Zeittafel – ein Jahr 500 v. Chr. ist dasselbe wie 500 v. u. Z. oder 500 BCE. Doch die neue Bezeichnung verzichtet bewusst auf direkte christliche Bezüge.
Die Diskussion um diese Formulierungen ist nicht neu. Bereits in akademischen Kreisen, besonders in den USA, hatte sich „CE“/„BCE“ in den letzten Jahrzehnten etabliert, um religiöse Neutralität in Lehrbüchern und wissenschaftlichen Texten zu wahren. Die Entscheidung der BBC, darauf umzusteigen, zeigt, wie sich öffentliche Medien an einen zunehmend pluralistischen Gesellschaftsstandard anpassen.
Dennoch stieß die Änderung auf Kritik. Manche sehen darin eine Entchristlichung der Kultur, andere begrüßen sie als notwendigen Schritt in eine offene, moderne Kommunikation. Unabhängig von der Meinung bleibt festzuhalten: Die Jahre werden anders benannt – doch gerechnet hat sich an der historischen Zeitleiste nichts geändert.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.