6.800 Jahre alt: Die älteste Siedlung Europas entdeckt

Albanien ist zwar nicht das „älteste Land“ Europas im politischen Sinne, birgt aber eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen des Kontinents. Bei Ausgrabungen in Lin am Ohridsee haben albanische Forscher gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Bern eine sensationelle Entdeckung gemacht: die älteste bisher bekannte Siedlung Europas.

Die palafitische Siedlung, also eine hölzernes Pfahlbau-Anlage am Ufer des Sees, ist rund 6.800 Jahre alt. Damit stammt sie aus der Frühzeit des Neolithikums – einer Zeit, in der die Menschen in Europa gerade vom Jagen und Sammeln zur Landwirtschaft übergingen. Die Funde belegen, dass die Bewohner von Lin bereits Ackerbau betrieben, Tiere hielten und in organisierten Gemeinschaften lebten.

Die Bedeutung der Fundstelle ist enorm: Sie zeigt, dass die Region um den Ohridsee schon vor Jahrtausenden ein Zentrum menschlicher Entwicklung war. Die gut erhaltenen Holzstrukturen, Keramikfragmente und landwirtschaftlichen Werkzeuge geben einen einzigartigen Einblick in das Leben der frühen europäischen Siedler.

Die Entdeckung unterstreicht Albaniens zentrale Rolle in der europäischen Frühgeschichte. Während das moderne Albanien erst im 20. Jahrhundert als Staat entstand, reicht die Geschichte menschlicher Besiedlung in diesem Gebiet tief in die Vergangenheit – weiter zurück, als viele bisher annahmen.

Die Ergebnisse der vierjährigen Grabungskampagne, bekanntgegeben im Oktober 2023, haben nicht nur Archäologen beeindruckt, sondern auch die internationale Aufmerksamkeit auf die kulturelle Tiefe der Balkanregion gelenkt.

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