Der weiße Flaum beim Camembert: Ist das Schimmel?

Ja, der charakteristische weiße Überzug beim Camembert ist tatsächlich Schimmel – aber kein gewöhnlicher, sondern ein sogenannter Edelschimmel. Dieser bildet einen zarten, weißen Flaum, der sich gleichmäßig über die Oberfläche des Käses legt. Genau dieser Schimmel verleiht dem Camembert sein typisches Aroma und die samtige, cremige Konsistenz.

Der weiße Schimmel heißt wissenschaftlich *Penicillium camemberti* – ein harmloser Pilz, der gezielt zur Reifung des Käses verwendet wird. Er wächst von außen nach innen und sorgt dafür, dass der Kern weich wird und an Geschmack gewinnt. Je länger der Käse reift, desto stärker entwickelt sich das würzige, nussige Aroma.

Anders als bei ungewolltem Schimmel auf Lebensmitteln ist dieser weiße Belag beim Camembert vollkommen essbar und sogar erwünscht. Viele Liebhaber von Weichkäse genießen sogar die Rinde mit – sie trägt zur geschmacklichen Tiefe bei. Ähnlich verhält es sich beim Brie oder auch beim Géramont, einem milden, cremigen Weichkäse, der ebenfalls von diesem Edelschimmel überzogen ist.

Wichtig ist jedoch: Wenn neben dem weißen Flaum ungewöhnliche, grüne oder schwarze Stellen auftauchen, sollte man vorsichtig sein – das könnte unerwünschter, ungenießbarer Schimmel sein. Doch unter normalen Bedingungen ist der weiße Überzug nicht nur sicher, sondern der Garant für den typischen Genuss.

Der weiße Schimmel macht also nicht nur den Camembert so besonders, er ist auch ein Meisterstück der Käsekunst – und ein Grund, warum dieser Käse weltweit so beliebt ist.

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