Das Verb „denken“ – stark, schwach oder unregelmäßig?

Die Frage, ob „denken“ ein starkes oder schwaches Verb ist, bringt viele Deutschlerner durcheinander. Die Antwort ist: Es ist unregelmäßig. Das bedeutet, dass es Merkmale beider Gruppen vereint – sowohl von starken als auch von schwachen Verben.

Im Präteritum sagt man: „Ich dachte“, „du dachtest“, „er dachte“. Hier fällt auf, dass der Stammvokal von „e“ auf „a“ wechselt – eine typische Eigenschaft starker Verben wie „geben“ oder „nehmen“. Doch trotz dieser Vokaländerung folgt das Verb im abgewandelten Zustand den Mustern schwacher Verben: Die Präteritum-Endungen wie „-te“ und „-test“ sowie das Partizip II „gedacht“ mit der Endung -t sind klassische Kennzeichen schwacher Verben.

Das Verb „denken“ zeigt also eine Mischform: einen starken Stammwechsel, aber schwache Verbendungen. Genau deshalb ist es besonders wichtig, solche Mischformen im Auge zu behalten, wenn man Deutsch lernt. Man muss nicht nur die Regeln kennen, sondern auch die Ausnahmen.

Wer „Ich habe nachgedacht“ sagt, nutzt das Partizip II „gedacht“ – wieder mit der typischen schwachen Endung, trotz unregelmäßiger Grundform. So wird klar: „Denken“ passt nicht in eine einfache Schublade, aber genau das macht die deutsche Sprache so interessant.

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