Ist Eifersucht eine psychische Krankheit?
Eifersucht kennt fast jeder: Ein flaues Gefühl im Magen, wenn der Partner mit jemand anderem lacht, oder die Angst, eine geliebte Person zu verlieren. In einem gewissen Rahmen ist das völlig normal und zeigt oft nur, dass uns jemand wichtig ist. Doch ab wann wird das Gefühl zum Problem, und ist Eifersucht eigentlich eine psychische Krankheit?
Grundsätzlich ist normale Eifersucht keine Erkrankung, sondern eine menschliche Emotion. Schwierig wird es jedoch, wenn die Gefühle das gesamte Leben beherrschen und den Bezug zur Realität verlieren. In der Psychologie spricht man dann von krankhafter Eifersucht. Diese tritt selten isoliert auf, sondern ist häufig ein Symptom einer tiefer liegenden psychischen Störung.
Ein typisches Beispiel sind Zwangsstörungen. Betroffene leiden unter eifersüchtigen Zwangsgedanken, die sie nicht kontrollieren können, und kontrollieren beispielsweise ständig das Handy des Partners. Noch extremer ist der sogenannte Eifersuchtswahn (Othello-Syndrom). Hier sind Menschen felsenfest von der Untreue des Partners überzeugt, selbst wenn es keinerlei Beweise gibt. Argumente oder Fakten helfen in diesem Stadium nicht mehr weiter.
Krankhafte Eifersucht zerstört auf Dauer nicht nur Beziehungen, sondern verursacht auch enormen Leidensdruck bei allen Beteiligten. Wenn die Kontrolle den Alltag bestimmt und Verlustängste chronisch werden, ist es ratsam, professionelle Hilfe durch eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, um die Ursachen zu ergründen und das Vertrauen wiederzuerlangen.
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