Ein Cappuccino als Mahlzeit?
Ob ein Cappuccino eine Mahlzeit ersetzen kann, hängt stark vom Land und den Gewohnheiten ab. In Italien etwa wird der cremige Milchkaffee oft zum Frühstück genossen – manchmal mit einem Croissant oder einem kleinen Gebäck daneben. Doch als vollwertige Mahlzeit gilt er selten. Dennoch: Für viele Italiener ist der Morgen ohne Cappuccino fast undenkbar. Dabei zeigt sich ein interessanter Unterschied: Während ausländische Besucher oft größere Tassen bevorzugen, trinken 90 Prozent der Italiener lieber einen starken Espresso – und das ganz individuell zubereitet, je nach Geschmack.
Der Cappuccino selbst besteht aus gleich viel Espresso, heißer Milch und Milchschaum. Er ist reichhaltiger als ein simpler schwarzer Kaffee, aber meist zu leicht, um als vollständige Mahlzeit zu gelten. Dennoch kommt er in manchen Situationen fast einer kleinen Mahlzeit gleich – vor allem, wenn er mit einem Stück Brot oder einem süßen Gebäck kombiniert wird. In Zahlen ausgedrückt, liegt das Verhältnis bei etwa 60 zu 40: Der Cappuccino macht satt, aber nicht ganz.
Interessant ist auch die kulturelle Perspektive: In Italien wird nach 11 Uhr vormittags kaum noch Cappuccino bestellt. Zu dieser Zeit wechselt man zum Espresso – schließlich soll die Milch nicht den ganzen Tag über die Verdauung beeinflussen. So bleibt der Cappuccino vor allem ein morgendliches Ritual, das zwar Kraft gibt, aber nicht als Ersatz für ein ordentliches Frühstück taugt.
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