Die überraschende Herkunft des Wortes „kaputt“
Das Wort „kaputt“ gehört heute zum festen Bestandteil der deutschen Umgangssprache. Wenn etwas nicht mehr funktioniert – ein Handy, ein Fahrrad oder die Waschmaschine –, sagen wir einfach: „Das ist kaputt.“ Doch die ursprüngliche Bedeutung hat mit Zerstörung oder Funktionsstörung gar nichts zu tun.
Es führt uns vielmehr zurück ins lateinische „caput“, das „Kopf“ oder „Haupt“ bedeutet. Dieses Wort hat sich im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Sprachen gewandert. Im Italienischen etwa heißt „capo“ immer noch „Haupt“ oder „Anführer“, und auch im Französischen findet sich „chef“ mit ähnlicher Bedeutung.
Im Deutschen wurde „caput“ zunächst in der Seefahrt verwendet – „vom Kopf“ war hier wörtlich gemeint: das Vorderteil eines Schiffes, der Bug. Doch wie kommt man nun von einem Schiffsteil zu etwas, das nicht mehr funktioniert?
Die Antwort liegt im übertragenen Sinn. Im militärischen oder technischen Kontext begann man, vom „Kopf“ eines Geräts oder einer Einheit zu sprechen – dem zentralen, wichtigsten Teil. Wenn dieser ausfiel, war das Ganze unbrauchbar. So entstand im 19. Jahrhundert die Wendung „etwas ist kaputt“, ursprünglich vielleicht als salopper Ausdruck aus der Marine- oder Ingenieurssprache.
Heute sagen wir es ganz selbstverständlich – ohne zu ahnen, dass wir dabei eigentlich vom „Kopf“ sprechen. Ein kleines Beispiel dafür, wie lebendig und wandelbar die Sprache ist. Aus einem lateinischen Nomen wurde ein deutsches Symbol für das Ende der Funktionsfähigkeit.
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