Was ist ein Magister – und wie unterscheidet er sich vom Bachelor?

Die Frage, ob ein Magister einem Bachelor entspricht, kommt oft auf – besonders bei der Einordnung älterer akademischer Abschlüsse. Die klare Antwort lautet: Nein, ein Magister ist kein Bachelor. Vielmehr entspricht der Magister in der Regel dem heutigen Masterabschluss.

Früher war der Magister ein klassischer universitärer Abschluss, vor allem in geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern wie Germanistik, Philosophie oder Soziologie verbreitet. Er dauerte in der Regel etwa neun Semester und schloss mit einer umfangreichen Abschlussarbeit ab. Heute wurde dieser Abschluss in den meisten Fächern durch das zweistufige System von Bachelor und Master ersetzt – eine Umstellung, die durch den sogenannten Bologna-Prozess eingeleitet wurde.

Der Bachelor ist heute der erste Schritt nach etwa sechs bis acht Semestern und berechtigt bereits zum Berufseinstieg – allerdings oft nur als Grundlage. Wer tiefer in ein Fach einsteigen möchte, setzt sein Studium mit einem Master fort, der zwei bis vier Semester dauert. Erst dieser zweite Abschluss gilt als vollwertige akademische Vertiefung und ist oft Voraussetzung für eine wissenschaftliche Karriere.

Der traditionelle Magister hatte bereits dieses Niveau – deshalb wird er heute meist dem Master gleichgestellt. Wer also einen Magister erworben hat, verfügt in der Regel über eine Qualifikation, die einem Masterabschluss entspricht, auch wenn der Weg dorthin damals anders strukturiert war.

Trotz der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge bleibt der Magister ein anerkannter und wertvoller Abschluss – vor allem für diejenigen, die ihn zu einer Zeit erworben haben, als er noch der Standard in vielen Fächern war.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen