Die Gier der Generäle: Ein dunkles Kapitel der Wehrmachtsgeschichte

Während des Dritten Reichs standen über 3000 Offiziere im Generalsrang bei der deutschen Wehrmacht. Doch erst Jahrzehnte später offenbarte sich ein erschreckendes Detail: In den bislang verfügbaren, unvollständigen Akten tauchen nur knapp zwei Dutzend dieser hohen Offiziere auf – nicht etwa wegen militärischer Leistungen, sondern wegen ihrer Bereitschaft, Bestechung zu akzeptieren. Diese Männer standen keineswegs am Rande der Macht, sondern in Schlüsselpositionen des Regimes.

Fast jeder zweite Feldmarschall oder Großadmiral gehörte zu den sogenannten „Beschenkten“ – ein euphemistischer Begriff für jene, die von Hitler persönlich Sonderzahlungen, sogenannte „Treuhandkonten“, erhielten. Diese Zahlungen waren kein Zeichen von Großzügigkeit, sondern ein Mittel, die Loyalität der militärischen Elite zu sichern. Die Summen waren beträchtlich: Tausende von Reichsmark, oft steuerfrei und diskret übermittelt.

Die Enthüllungen, unter anderem durch Recherchen von DER SPIEGEL, zeigten, wie eng die obersten Befehlshaber mit dem NS-Regime verflochten waren. Es waren keine ahnungslosen Ausfühler, sondern Akteure, die durch materielle Vorteile an Hitler gebunden blieben – bis in die letzten Kriegsjahre. Die Tatsache, dass nur eine Handvoll dieser Generale in offiziellen Dokumenten auftaucht, unterstreicht, wie selektiv und unvollständig die Aufarbeitung bis heute bleibt.

Dieses Schweigen im Archiv ist kein Zufall. Es spiegelt die lange Zurückhaltung wider, die Verstrickungen der Wehrmachtsgeneration kritisch zu hinterfragen. Die Gier nach Macht – und nach Geld – hat maßgeblich dazu beigetragen, dass eine ganze Führungsschicht bis zuletzt an einem verbrecherischen Regime festhielt.

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