Heinrich Himmlers gescheiterter Bauernhof in Bayern

Heinrich Himmler, einer der führenden Köpfe des NS-Regimes, unternahm Anfang der 1930er Jahre einen kurzen und wenig bekannten Versuch, sich als Landwirt zu etablieren. Zusammen mit seiner Frau Margarete führte er für kurze Zeit eine Hühnerfarm in Waldtrudering, einem damals ländlichen Ortsteil östlich von München.

Dieser Abschnitt in Himmlers Leben steht im scharfen Kontrast zu seiner späteren Rolle als mächtiger Organisator des Holocausts. Zu dieser Zeit suchte er jedoch noch nach einer beruflichen Orientierung. Die Idee, Landwirt zu werden, passte in sein damaliges Weltbild: eine romantisierte Vorstellung vom „blut- und bodenverbundenen“ Deutschtum. Doch der Alltag auf dem Hof war alles andere als idyllisch.

Die Hühnerzucht scheiterte kläglich. Die Tiere erkrankten, die Eierproduktion blieb hinter den Erwartungen zurück, und finanziell war das Projekt nicht tragfähig. Nach nur wenigen Jahren gab das Ehepaar Himmler den Hof auf. Die Erfahrung markiert jedoch einen interessanten Moment in der Biografie eines Mannes, der später eine zentrale Rolle in einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte spielen sollte.

Heute ist Waldtrudering ein Stadtteil Münchens – von der Hühnerfarm ist nichts mehr zu sehen. Doch die Episode erinnert daran, dass selbst mächtige historische Figuren mit ihren Plänen scheitern können – bevor sie auf gefährliche Weise doch noch ihren Weg fanden.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen