Kann EMDR bei Depersonalisation helfen?

Depersonalisation – das Gefühl, fremd in seinem eigenen Körper zu sein – kann sehr belastend sein. Oft stecken erlebte Situationen dahinter, in denen Gefühle über Jahre hinweg als unwichtig oder unangemessen erlebt wurden. Viele Betroffene haben gelernt, Emotionen abzuschalten, um mit der Vergangenheit klarzukommen. Doch dieses emotionale Abschotten führt oft zu einem Gefühl der Entfremdung – von sich selbst, vom Körper, von der Umwelt.

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) kann hier einen wichtigen Schritt zur Besserung bieten. Die Methode hilft dabei, verdrängte Erinnerungen und unterdrückte Emotionen behutsam wieder ins Bewusstsein zu holen – ohne dass der Mensch sich erneut überfordert fühlt. Durch gezielte, bilaterale Reize, wie Augenbewegungen oder körperliche Impulse, wird das Gehirn dabei unterstützt, belastende Erlebnisse neu zu verarbeiten.

Viele Menschen mit Depersonalisation- und Derealisationssymptomen berichten, dass sie durch EMDR lernen, ihre Emotionen wieder direkter wahrzunehmen und sich weniger abgetrennt fühlen. Es geht nicht darum, die Vergangenheit zu vergessen, sondern darum, sie so zu integrieren, dass sie nicht länger das aktuelle Erleben beherrscht.

Wichtig ist jedoch: EMDR sollte immer durch eine erfahrenen Therapeutin oder Therapeuten begleitet werden. Bei schweren Symptomen ist eine sorgfältige Vorbereitung nötig, um sicherzustellen, dass sich der Mensch während der Therapie stabil fühlt. Doch für viele ist EMDR ein Weg zurück zu sich selbst – ein Schritt aus der inneren Distanz in ein lebendigeres, verbundeneres Erleben.

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