Im Dunkeln lesen: Schadet das den Augen?

Die Angst, im Dunkeln zu lesen könnte die Augen dauerhaft schädigen, kennt fast jeder – doch sie ist unbegründed. Studien aus der Augenheilkunde zeigen klar: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Lesen bei schlechtem Licht die Sehkraft beeinträchtigt. Auch langfristige Schäden an den Augen wurden bis heute nicht nachgewiesen.

Viele Eltern warnen ihre Kinder noch immer davor, nachts unter der Decke mit einer Taschenlampe zu lesen. Doch das Licht selbst schädigt die Augen nicht. Was tatsächlich passiert: Bei zu wenig Helligkeit arbeiten die Augen stärker, um Texte scharf zu erfassen. Das kann zu vorübergehender Augenmüdigkeit, Brennen oder Kopfschmerzen führen – ähnlich wie bei längerem Starren auf einen Bildschirm. Diese Beschwerden klingen jedoch schnell wieder ab, sobald man eine Pause macht oder bessere Beleuchtung schafft.

Interessant ist auch, dass das Lesen im Dunkeln besonders in der Nacht eine gewisse Rolle spielt: Durch das konzentrierte Blicken auf eine Lichtquelle verlangsamt sich die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Das kann die Einschlafzeit verlängern – weniger ein Problem für die Augen, sondern eher für den Schlum.

Wichtig ist also nicht, ob du im Dunkeln liest, sondern wie lange und wie komfortabel du das tust. Eine kleine Leselampe oder der Nachtmodus auf E-Readern mit warmer, blendfreier Beleuchtung macht das Ganze angenehmer und schont die Augen. Die gute Nachricht: Die alte Warnung vor „kaputten Augen“ durch Nachtlektüre ist ein Mythos. Lass dich also nicht vom Lesegenuss unter der Decke abhalten – solange es dir guttut.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen