Warum wir bei Filmen weinen – und warum das gut ist

Es kennt fast jeder: Die Musik wird leiser, die Kamera nähert sich dem entscheidenden Moment – und schon kullern die ersten Tränen. Doch statt sich zu schämen, solltest du stolz sein. Tränen bei einem Film sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von emotionaler Stärke.

Laut einer Studie des US-amerikanischen Neurologen Paul J. Zak sind Menschen, die bei berührenden Szenen im Kino oder zu Hause weinen, oft besonders feinfühlig und emotional intelligent. Sie können sich besser in die Lage anderer hineinversetzen – nicht nur in die der Charaktere auf der Leinwand, sondern auch im echten Leben.

Das Weinen beim Film ist also keineswegs übertrieben oder unangemessen. Es zeigt vielmehr, dass man empathisch ist, dass man miterlebt, mitfühlt und verbunden ist mit dem, was andere durchmachen. Und diese Fähigkeit, sich einzufühlen, ist alles andere als gewöhnlich – sie ist selten und wertvoll.

Die Tränen lösen im Körper zudem eine Art Reinigung aus: Der Botenstoff Oxytocin, auch „Kuschelhormon“ genannt, wird freigesetzt und sorgt für ein Gefühl der Verbundenheit und inneren Ruhe. Wer also nach einem traurigen Film eigentlich besser gelaunt ist, kennt diesen Effekt bereits aus eigener Erfahrung.

Also: Kein schlechtes Gewissen mehr, wenn die nächste Träne kullert. Wer beim Film weint, ist nicht zu empfindsam – er ist einfach besonders menschlich.

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