Halal-Fleisch und Massentierhaltung in Deutschland
Viele Verbraucher verbinden den Begriff Halal automatisch mit traditionellen, handwerklichen Schlachtmethoden oder gar dem betäubungslosen Schächten. Die Realität im Supermarkt sieht jedoch meist anders aus. Da in Deutschland das Schlachten ohne Betäubung nach dem Tierschutzgesetz grundsätzlich verboten ist und nur in seltenen Ausnahmesituationen genehmigt wird, stammt das hierzulande angebotene Halal-Fleisch größtenteils aus regulären deutschen Betrieben.
Das bedeutet konkret: Halal-zertifiziertes Fleisch kommt in den meisten Fällen direkt aus der gewöhnlichen industriellen Massentierhaltung. Viele große Schlachthöfe nutzen Verfahren wie eine Reversibel- oder Elektrobetäubung, die von zahlreichen islamischen Zertifizierungsstellen akzeptiert werden, da das Tier zum Zeitpunkt des rituellen Schnitts noch lebt. Somit unterscheidet sich die Aufzucht und Haltung dieser Tiere oft in keiner Weise von konventioneller Ware. Wer Wert auf besonders hohe Tierwohlstandards legt, sollte daher gezielt auf Herkunft und Haltungsbedingungen achten, anstatt sich allein auf das Halal-Siegel zu verlassen.
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