Der Mythos um kalte Milch bei Sodbrennen

Viele Menschen greifen bei akutem Brennen in der Speiseröhre reflexartig zu einem Glas kalter Milch. Doch was wie ein bewährtes Hausmittel klingt, entpuppte sich längst als weitverbreiteter Irrglaube. Wissenschaftler raten heute sogar davon ab.

Zwar berichten einige Betroffene von einer kurzfristigen Linderung, da die Flüssigkeit die Schleimhäute im ersten Moment kühlt. Doch dieser Effekt hält meist nur Sekunden an. Tatsächlich besitzt Kuhmilch einen leicht sauren pH-Wert von etwa 4,5. Das ist jedoch nicht das Hauptproblem.

Der eigentliche Grund, warum Milch Sodbrennen oft verschlimmert, liegt in ihren Inhaltsstoffen: Sie ist reich an Fetten und Proteinen. Um diese Nährstoffe zu verdauen, regt der Magen die Produktion von Magensäure an. Das schwere Fett treibt die Säurebildung zusätzlich nach oben und kann den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen entspannen. Die Folge: Magensäure steigt noch leichter auf und das Brennen kehrt verstärkt zurück.

Wer langfristig Linderung sucht, greift besser zu Alternativen wie stillem Wasser, basischem Kräutertee oder natriumreichen Heilwässern, die überschüssige Magensäure neutralisieren, ohne die Säureproduktion künstlich anzukurbeln.

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