Ist der einstige „Kapitän Feigling“ Francesco Schettino wieder frei?

Die Tragödie um das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio bewegte im Januar 2012 die ganze Welt. Beim schwerwiegenden Unglück, das durch ein riskantes Manöver nahe der Küste verursacht wurde, verloren 32 Menschen ihr Leben. Der damalige Kapitän, Francesco Schettino, erlangte traurige Berühmtheit, da er das sinkende Schiff vor den Passagieren verließ. Von den Medien weltweit als „Kapitän Feigling“ betitelt, wurde er später wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Viele Menschen fragen sich, wie es heute um den Ex-Kapitän steht und ob er bereits wieder auf freiem Fuß ist. Rund zehn Jahre nach der Katastrophe gab es eine entscheidende Wende in seiner Haft: Im Herbst 2022 wurde bekannt, dass Schettino die Haftanstalt in Rom unter bestimmten Auflagen verlassen durfte. Es handelte sich dabei jedoch nicht um eine vollständige Begnadigung oder Entlassung, sondern um eine Genehmigung für eine alternative Strafverbüßung außerhalb der Gefängnismauern.

Dank guter Führung und dem Absitzen eines erheblichen Teils seiner Strafe profitierte er von Regelungen des italienischen Justizsystems, die Resozialisierungsmaßnahmen oder gemeinnützige Arbeit vorsehen. Vollständig frei im klassischen Sinne ist Schettino also nicht. Er unterliegt weiterhin strengen gerichtlichen Auflagen und Kontrollen, bis seine offizielle Haftzeit endgültig abgelaufen ist. Dennoch markiert dieser Schritt ein neues Kapitel im Leben des Mannes, dessen Name für immer mit einer der größten maritimen Katastrophen der Moderne verbunden bleiben wird.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen