Was bedeutet „neckisch“?
Der Begriff neckisch klingt heute etwas altmodisch, war aber vor allem im 18. Jahrhundert durchaus geläufig. Wer neckisch ist, treibt es mit einer gutmütigen Stichelei – ein harmloser, oft schelmischer Scherz, der niemanden verletzen soll, sondern eher zum Schmunzeln einlädt. Es ist jener feine Unterschied zwischen gemeiner Spitze und lieber Neckerei, bei der man spürt: hier steckt keine Bosheit dahinter, sondern Wärme und Vertrautheit.
Stellen Sie sich vor, ein Freund sagt mit einem Augenzwinkern: „Na, schon wieder zu spät? Ich wusste gar nicht, dass deine Uhr in einer anderen Zeitzone läuft!“ – das ist klassisch neckisch. Ein Wortspiel, leicht spöttisch, aber mit einem freundlichen Unterton. So etwas verbindet mehr, als es trennt.
Die Herkunft des Wortes ist nicht völlig geklärt, doch man vermutet eine Verbindung zu „nicken“ im Sinne von andeuten, zustimmen oder auch witzig-abschätzig niederlassen. Über die Jahrhunderte hat sich „neckisch“ zwar aus dem alltäglichen Sprachgebrauch zurückgezogen, doch wer es heute verwendet, zaubert oft ein nostalgisches Lächeln ins Gesicht seiner Zuhörer.
In einer Zeit, in der manchmal jeder Satz auf die Goldwaage gelegt wird, wäre vielleicht etwas mehr Neckerei – im guten, harmlosen Sinn – gar nicht schlecht. Solange man weiß, wo die Grenze liegt, kann ein neckischer Spruch die Stimmung auflockern, statt sie zu trüben.
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