Wenn jemand ständig auf die Nerven geht

Fast jeder kennt jemanden, der einfach auf die Nerven geht – sei es der Kollege, der ständig blöde Sprüche macht, oder der Nachbar, der immer zu laut Musik hört. Doch wie nennt man solche Menschen eigentlich? Im Deutschen gibt es dafür viele umgangssprachliche Ausdrücke, die je nach Stimmung und Situation mehr oder weniger harmlos klingen.

Wenn jemand nur leicht nervt, sagt man oft, er geht einem auf den Geist oder auf den Keks. In Bayern könnte man auch sagen: „Der geht mir auf den Senkel.“ In Berlin hingegen hört man manchmal: „Der geht mir auf den Zeiger.“ Alle diese Redewendungen drücken aus, dass jemand lästig ist – aber meistens noch im scherzhaften Rahmen.

Deutlich härter werden die Formulierungen, wenn es um vulgäre Ausdrücke geht. Dann heißt es etwa: „Der geht mir auf den Sack“ oder „auf die Eier“. Hinter diesen Wendungen stecken wörtlich die männlichen Hoden – ein Ausdruck, der die Wut oder Frustration besonders stark betont. Solche Sätze verwendet man meist, wenn man wirklich genervt ist, und sie gehören nicht in jede Gesellschaft.

Wichtig ist der Unterschied zwischen bloßem Necken und echtem Ärgern bis hin zum Mobbing. Kleine Sticheleien unter Freunden können Spaß machen, doch wenn jemand systematisch gedemütigt wird, wird es problematisch. Die Sprache spiegelt das: Je drastischer die Worte, desto ernster die Lage.

Am Ende zeigt sich: Wie wir über Nervensägen sprechen, sagt viel über unsere Stimmung – und über unsere Grenzen – aus.

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