Wurden oder worden – was ist richtig?
Die Verwirrung zwischen „wurden“ und „worden“ ist verständlich, denn beide Wörter stammen vom gleichen Verb – „werden“ – und tauchen vor allem im Zusammenhang mit dem Passiv auf. Doch sie haben ganz unterschiedliche Funktionen.
„Wurden“ ist die Präteritum-Form des Verbs „werden“ und wird als Hilfsverb im Passiv verwendet. Beispiel: „Die Schüler wurden gelobt.“ Hier steht „wurden“ als Zeitform im Vordergrund, nämlich Präteritum des Passivs. Man könnte auch sagen: „Die Schüler sind gelobt worden“ – das ist die Perfekt-Form des Passivs.
„Worden“ hingegen ist kein Hauptverb, sondern die Partizip-II-Form von „werden“ und tritt im Perfekt des Passivs auf. Es steht immer zusammen mit „sein“: „Sie sind gesehen worden“, „Er ist eingeladen worden“. Ohne „sein“ oder ein anderes Hilfsverb darf man „worden“ nicht allein verwenden.
Ein gutes Erkennungsmerkmal: Wenn du „waren“ als Vergleich verwenden kannst, passt meist „wurden“. Wenn du aber ein vollendetes Geschehen im Perfekt beschreibst, brauchst du „worden“.
Interessant ist auch, dass das Präteritum („wurden“) im Norden Deutschlands und in der Schriftsprache häufiger genutzt wird, während im Süden oft das Perfekt („sind...worden“) gesprochen wird – auch wenn es als umgangssprachlich gilt. Am Ende kommt es auf den Kontext an: In Aufsätzen oder offiziellen Texten setzt man besser auf das Präteritum, im Gespräch ist das Perfekt völlig normal.
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