Kann Chemotherapie Nervenschäden verursachen?

Ja, Chemotherapie kann die Nerven schädigen – eine Nebenwirkung, die viele Krebspatient*innen unterschätzen. Hände und Füße kribbeln, fühlen sich taub an oder reagieren überempfindlich auf Kälte und Berührung. Diese Symptome sind oft Anzeichen einer sogenannten peripheren Neuropathie, einer Schädigung des peripheren Nervensystems.

Bestimmte Chemotherapeutika, wie beispielsweise Platinderivate, Taxane oder Vincristin, gelten als auslösende Faktoren. Doch auch eine Strahlentherapie oder der Tumor selbst können Nerven beeinträchtigen. Betroffene berichten nicht selten von schmerzhaften Empfindungen, die den Alltag erschweren – manche können kaum noch eine Tasse halten oder fühlen den Boden unter ihren Füßen nicht mehr richtig.

Die gute Nachricht: In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden nach Abschluss der Therapie langsam. Manche Patient*innen leiden jedoch über Monate oder sogar Jahre an Restzuständen. Wichtig ist, die Symptome frühzeitig mit dem behandelnden Team zu besprechen. Oft können Dosisanpassungen oder unterstützende Maßnahmen wie Physiotherapie oder bestimmte Medikamente helfen.

Ärzte und Pfleger*innen achten daher heute viel stärker auf erste Anzeichen von Nervenschäden. Frühes Handeln kann oft verhindern, dass die Beschwerden schlimmer werden. Auch wenn die Neuropathie keine lebensbedrohliche Nebenwirkung ist – sie beeinträchtigt die Lebensqualität stark. Deshalb gehört sie unbedingt in das Gespräch über die individuelle Therapie.

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