Kann man mit 55 noch ein Haus finanzieren?

Ja, grundsätzlich ist eine Finanzierung ab 55 durchaus möglich – aber die Banken schauen bei älteren Kreditnehmern besonders genau hin. Ein entscheidender Faktor ist die geplante Rückzahlungsdauer. Viele Institute bevorzugen, dass der Immobilienkredit vor dem Eintritt in die Rente vollständig abbezahlt ist. Warum? Weil das monatliche Einkommen nach der Pensionierung meist deutlich sinkt und die Banken das Risiko gering halten möchten.

Das bedeutet in der Praxis: Wer mit 55 kauft, muss oft mit kürzeren Laufzeiten rechnen – und damit mit höheren Monatsraten. Wer genug Eigenkapital einbringt oder über zusätzliche Einkommensquellen verfügt (z. B. Mieteinnahmen oder eine betriebliche Altersversorgung), steht bei der Bank allerdings besser da.

Einige Institute bieten auch spezielle Modelle an, bei denen die Rückzahlung über die Rente hinausgeht – sogenannte „Altersvorsorge-Immobilien“ oder „Kredit über die Rente hinaus“. Doch auch dann prüfen die Banken streng, ob die finanzielle Belastbarkeit auch mit 70 oder 75 noch gegeben ist.

Wichtig ist daher: Je früher man plant, desto besser. Eine umfassende Finanzierungsberatung hilft, die Möglichkeiten abzuklären und realistische Raten zu berechnen. Wer mit 55 kauft, sollte daher nicht nur auf die aktuelle Einkommenssituation achten, sondern auch die finanzielle Perspektive im Alter im Blick haben. Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich auch später noch der Traum vom Eigenheim verwirklichen.

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