Erste Ganzauge-Transplantation der Welt: Ein historischer Meilenstein

Lange Zeit galt die Verpflanzung eines kompletten menschlichen Auges in der modernen Medizin als unmöglich. Zu komplex ist die feine Struktur aus Blutgefäßen, Gewebe und vor allem dem hochempfindlichen Sehnerv, der die visuellen Reize direkt an das Gehirn überträgt. Doch im Mai 2023 gelang einem Chirurgen-Team in New York ein bahnbrechender Erfolg: In einer hochkomplexen, 21-stündigen Operation verpflanzten die Ärzte erstmals ein vollständiges Augapfel-Spenderorgan bei einem 46-jährigen Patienten.

Der Mann hatte bei einem schweren Arbeitsunfall durch Stromschlag sein linkes Auge sowie große Teile des Gesichts verloren. Neben dem Augapfel transplantierten die Mediziner auch Teile des Gesichtsgewebes. Um die Heilung und den Anschluss des Sehnervs zu unterstützen, kamen unter anderem spezielle Stammzellen zum Einsatz. Aus chirurgischer Sicht verlief der Eingriff äußerst positiv: Das transplantierte Gewebe zeigt eine gute Durchblutung und stabilen Druck.

Ob der Patient auf dem transplantierten Auge jemals wieder seine Sehkraft zurückerlangen wird, bleibt zum aktuellen Zeitpunkt jedoch ungewiss. Das Nachwachsen und die funktionierende Verbindung von Nervenfasern im zentralen Nervensystem stellen die Forschung weiterhin vor riesige Herausforderungen. Dennoch gilt die Operation schon jetzt als wissenschaftlicher Durchbruch, der völlig neue Perspektiven für die rekonstruktive Chirurgie und die Augenheilkunde eröffnet.

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