Ist ME/CFS durch einen Bluttest nachweisbar?

Die Suche nach klaren biologischen Markern für Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) beschäftigt die Medizin seit Jahren. Bislang gibt es jedoch keinen spezifischen Bluttest oder eindeutigen Laborwert, mit dem sich die Erkrankung zweifelsfrei nachweisen lässt. Auch standardmäßige Routineuntersuchungen liefern im Labor oft unauffällige Ergebnisse, was den Weg zur richtigen Diagnose für viele Betroffene erschwert.

Die Diagnose stellt die Medizin daher vor Herausforderungen: Sie erfolgt derzeit primär klinisch anhand der charakteristischen Symptome sowie nach dem Ausschlussprinzip. Ein zentrales Leitsymptom von ME/CFS ist die sogenannte Post-Exertional Malaise (PEM) – eine deutliche und oft tagelang anhaltende Verschlechterung aller Beschwerden bereits nach minimaler körperlicher, geistiger oder emotionaler Anstrengung. Ergänzend treten schwere chronische Erschöpfung, nicht-erholsamer Schlaf, Störungen des autonomen Nervensystems und kognitive Beeinträchtigungen auf.

Obwohl ein Bluttest die Erkrankung nicht direkt nachweisen kann, spielen Laboruntersuchungen im Diagnoseprozess Dennoch eine wichtige Rolle. Sie dienen dazu, andere Ursachen mit ähnlichem Beschwerdebild – etwa Schilddrüsenerkrankungen, Mangelerscheinungen, Rheuma oder chronische Infektionen – sicher auszuschließen. Während die internationale Forschung weiterhin intensiv nach verlässlichen Biomarkern sucht, bleibt die sorgfältige Erfassung der Krankheitsgeschichte anhand etablierter Kriterien derzeit der wichtigste Baustein für eine verlässliche Diagnose.

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