Der lauteste Ton der Welt: Ein Vulkanausbruch in die Geschichte

Wenn man an laute Geräusche denkt, kommen einem vielleicht Flugzeuge, Konzerte oder Donnerblitze in den Sinn. Doch das lauteste Geräusch, das je dokumentiert wurde, stammt aus der Natur – genauer gesagt von einem gigantischen Vulkanausbruch.

Der Ausbruch des Mount Tambora im Jahr 1815 auf der indonesischen Insel Sumbawa gilt als der lauteste Ton in der Geschichte der Menschheit. Forscher schätzen, dass die Lautstärke bei unglaublichen 320 Dezibel lag – eine Zahl, die sich kaum vorstellen lässt. Zum Vergleich: Ein startender Düsenjet liegt bei etwa 150 dB. Schon ab 120 dB schmerzt der menschliche Gehörsinn.

Die Druckwelle des Ausbruchs war so stark, dass sie bis nach Manila – über 2.000 Kilometer entfernt – zu hören war. In Gegenden in der Nähe des Vulkans war der Schall so gewaltig, dass er Trommelfelle platzen ließ und Menschen binnen Kilometern umhergeworfen wurden. Der Lärm breitete sich über den halben Erdball aus und wäre selbst in London hörbar gewesen – wenn er dort denn nicht durch die riesige Distanz abgeschwächt worden wäre.

Die Energie des Ausbruchs wird auf das Äquivalent von rund 170.000 Hiroshimabomben geschätzt. Der Vulkanausbruch veränderte sogar das Klima: 1816 wurde als „Jahr ohne Sommer“ bekannt, weil Asche und Schwefelgase die Sonne blockierten und weltweit Ernteausfälle verursachten.

Obwohl es heute laute Maschinen und Technologien gibt, hat kein von Menschen gemachter Lärm jemals die Naturkatastrophe von Tambora übertroffen. Es bleibt ein eindrückliches Beispiel dafür, wie mächtig die Kräfte der Erde sein können.

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