Kann man nur bei einem Professor promovieren?
Ein häufig gestelltes Frage: Muss man unbedingt bei einem Professor promovieren? Die kurze Antwort lautet: Nein, aber es ist die Regel. In Deutschland ist die Promotion zwar kein gesetzlich vorgeschriebenes Muss für eine Professur, doch in der Praxis ist sie nahezu unverzichtbar. Ähnlich wie bei der Habilitation – der Befähigungsnachweis für eine Hochschullehrtätigkeit – findet sich auch bei der Promotion kein zwingender Paragraph in den Gesetzen. Dennoch gilt: Ohne Doktortitel ist der Weg an die Hochschule heute äußerst schwierig.
Die Promotionsbetreuung durch einen Professor ist dabei eher eine Tradition denn eine gesetzliche Vorschrift. Tatsächlich muss die Betreuungsperson über die nötige fachliche Kompetenz und die entsprechende Zulassung zur Betreuung von Doktoranden verfügen – was in der Regel bei Professoren der Fall ist. Doch auch außerhalb dieser Position können Wissenschaftler:innen promovieren lassen, sofern sie die erforderliche Venia docendi (Lehrbefähigung) besitzen. In einigen Fällen übernehmen auch Privatdozenten oder habilitierte Forscher:innen die Betreuung.
Dennoch: Wer promovieren möchte, wird meist einen Professor als Doktorvater oder -mutter suchen – nicht zuletzt, weil diese über die nötigen Ressourcen, Netzwerke und Anerkennung verfügen. Die enge Verbindung zwischen Professur und Promotion ist also weniger gesetzlich, sondern eher strukturell und kulturell begründet.
Letztlich zeigt sich: Obwohl es kein formelles Gesetz gibt, das die Promotion zwingend bei einem Professor absolviert, ist der klassische Weg über eine bestehende Professur nach wie vor der Standard. Innovationen in der akademischen Struktur könnten hier langfristig Veränderungen bringen – bis dahin bleibt der Professor der wichtigste Wegbegleiter auf dem Weg zur Doktorwürde.
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