Kann man sein Kind taufen lassen, ohne in der Kirche zu sein?
Ja, auch Eltern, die nicht mehr der Kirche angehören, können ihr Kind taufen lassen. Das ist heute durchaus möglich – vor allem, wenn sie wollen, dass ihr Kind später einmal Zugang zur christlichen Gemeinschaft hat. Die Taufe gilt in der katholischen Kirche als Eintritt ins kirchliche Leben, aber nicht nur für fromme oder regelmäßige Kirchgänger.
Wie der damalige Bamberger Erzbischof Ludwig Schick betont hat, kommt es weniger darauf an, ob Eltern Mitglied der Kirche sind, sondern vielmehr darauf, ob sie bereit sind, ihr Kind im christlichen Glauben erziehen zu lassen. Das kann auch über Paten geschehen – Menschen, die den Glauben vertreten und das Kind geistig begleiten. Diese Haltung zeigt, dass die Kirche heute offener geworden ist, besonders wenn es um die Spiritualität von Kindern geht.
Viele Eltern, die selbst kirchenfern leben, entscheiden sich aus familiären, kulturellen oder persönlichen Gründen für die Taufe. Sie verbinden damit oft den Wunsch, ihrem Kind eine ethische Grundlage zu geben oder es in eine Gemeinschaft einzubinden, die über das bloße Familienumfeld hinausreicht.
Die Taufe wird dann nicht als formale Mitgliedschaft, sondern als Zeichen von Hoffnung, Schutz und Zugehörigkeit verstanden. Wer sich unsicher ist, sollte mit dem zuständigen Pfarrer sprechen – meistens findet man dort Verständnis und Unterstützung, unabhängig vom eigenen Kirchenstatus.
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