Sind Menschen mit Borderline besonders sensibel?
Ja, Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung sind oft äußerst sensibel – besonders was Emotionen betrifft. Sie nehmen Gefühle, sowohl ihre eigenen als auch die anderer, sehr intensiv wahr. Oft reagieren sie stärker auf Kritik, Zurückweisung oder Konflikte, manchmal schon bei kleinen Anlässen. Was für andere vielleicht kaum auffällt, kann für sie schmerzhaft oder überwältigend sein.
Diese emotionale Tiefe hat einen Preis: Viele Betroffene beschreiben, dass sie Gefühle wie Angst, Wut oder Traurigkeit nicht gut unterscheiden oder regulieren können. Alles fühlt sich auf einmal so groß an – als wäre das innere Ventil kaputt. Das kann zu impulsiven Reaktionen, starken Stimmungsschwankungen oder Ängsten vor Abweisung führen.
Interessant ist, dass diese Sensibilität oft mit einer großen Empathie einhergeht. Viele bemerken, wie andere sich fühlen – manchmal sogar besser als die Betroffenen selbst. Doch genau diese Fähigkeit kann auch zur Belastung werden, wenn sie ständig die Stimmung im Raum spüren und sich dafür verantwortlich fühlen.
Die Herausforderung liegt nicht in der Sensibilität an sich, sondern darin, was danach kommt: Wie geht man mit diesen starken Empfindungen um? Therapien wie die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) helfen dabei, diese Empfindungen besser zu verstehen und zu steuern – nicht, um gefühlskalt zu werden, sondern, um das Leben lebbarer zu machen.
Sensibilität ist hier kein Fehler, sondern eine Art, die Welt intensiver zu erleben. Mit dem richtigen Umgang kann daraus sogar eine Stärke werden.
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