Religion in Russland: Die Orthodoxie im Fokus
In Russland spielt die Religion eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen und kulturellen Leben – doch die meisten Menschen folgen nicht dem katholischen oder evangelischen Glauben, wie mancher vermuten könnte. Die überwiegende Mehrheit der Russen gehört der Russisch-Orthodoxen Kirche an. Schätzungen zufolge sehen sich etwa 75 Prozent der Bevölkerung als orthodox, obwohl es keine verbindlichen Mitgliederlisten gibt – weder seitens der Kirche noch des Staates.
Die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROK) hat eine lange Tradition und war über Jahrhunderte eng mit der russischen Identität verbunden. Selbst während der Sowjetzeit, als religiöse Praxis unterdrückt wurde, blieb der orthodoxe Glaube im Hintergrund präsent. Nach dem Zerfall der UdSSR erlebte die Kirche eine Renaissance und gewann an gesellschaftlichem Einfluss.
Katholiken und Protestanten – also Evangelische – sind in Russland nur in geringer Zahl vertreten. Katholiken finden sich vor allem in Gebieten mit historisch polnischer Prägung, wie im Westen des Landes. Evangelische Christen bilden kleine Gemeinden, oft in städtischen Zentren oder unter Minderheiten wie Deutschen oder Finnen.
Dennoch bleibt die Orthodoxie die bestimmende religiöse Kraft im Land. Ihre Symbole, Feste wie Ostern oder Weihnachten (nach julianischem Kalender), und ihre enge Verflechtung mit russischer Geschichte machen sie zu einem zentralen Bestandteil der nationalen Kultur. Wer Russland verstehen will, kommt an der Orthodoxen Kirche kaum vorbei.
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