Sind schwarze Haare wirklich selten?

Nein – im Gegenteil: Schwarze oder dunkle Haare sind bei weitem am häufigsten auf der Welt. Tatsächlich haben schätzungsweise 98 Prozent aller Menschen dunkle bis tiefschwarze Haare. Lediglich etwas mehr als ein Prozent der Bevölkerung hat natürlich blondes Haar, und rote Haare sind mit weniger als einem Prozent echte Raritäten.

Die Farbe unserer Haare hängt von den Pigmenten ab, die in den Haarfollikeln gebildet werden. Dunkelhaarige produzieren besonders viel Eumelanin, ein dunkles Pigment, das für braune bis schwarze Haartöne sorgt. Gleichzeitig ist der Anteil an Phäomelanin, dem rotgelben Pigment, bei ihnen deutlich geringer. Je mehr Eumelanin vorhanden ist, desto intensiver fällt die Haarfarbe aus.

Dass schwarze Haare so verbreitet sind, hat vor allem evolutionäre Gründe. Dunkle Haare bieten einen besseren Schutz vor der aggressiven Sonneneinstrahlung, besonders in Regionen mit starkem UV-Licht – etwa in Afrika, Asien und Lateinamerika, wo fast die gesamte Bevölkerung dunkle Haare hat.

Interessant ist auch, dass sich die Haarfarbe im Laufe des Lebens verändern kann. Besonders bei Kindern wirkt das Haar oft heller, bevor es im Erwachsenenalter seine endgültige, meist dunklere Farbe annimmt. Auch graue Haare entstehen, wenn mit fortschreitendem Alter die Pigmentproduktion nachlässt.

Also: Wer schwarze oder dunkle Haare hat, gehört zur großen Mehrheit. Die eigentlichen Exoten unter den Haarfarben sind Blond und besonders Rot. Wer sie hat, darf sich also durchaus als etwas Besonderes fühlen – zumindest statistisch gesehen.

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