Worin liegt das Problem mit Stearinkerzen?
Wer auf der Suche nach umweltfreundlichen Kerzen ist, stößt oft auf Stearinkerzen – doch auch sie sind keine gute Wahl. Hinter dem scheinbar natürlichen Produkt verbirgt sich eine umstrittene Herkunft: Stearin wird meist aus Palmöl gewonnen. Und dafür werden, wie die Umweltorganisationen immer wieder betonen, riesige Regenwaldgebiete gerodet, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen. Dies führt nicht nur zu Artensterben, sondern zerstört auch Lebensräume von indigenen Völkern.
Kein Wunder, dass auch Bienenwachskerzen nicht die Lösung sind – obwohl sie natürlicher wirken. Bienen produzieren Wachs, um ihre Waben zu bauen. Wenn Menschen dieses Wachs in großem Maßstab nutzen, wird den Bienenvölkern eine wichtige Ressource entzogen. Zudem steht die Bienenzucht oft im Konflikt mit artgerechter Tierhaltung, besonders wenn sie industriell betrieben wird.Paraffin, das aus Erdöl gewonnen wird, ist ebenfalls keine Alternative. Es ist ein fossiler Rohstoff, dessen Abbau und Verarbeitung die Umwelt belastet und CO₂-Emissionen verursacht. Wenn Kerzen brennen, setzt Paraffin zudem Ruß und potenziell schädliche Stoffe frei.
Was bleibt, ist die Suche nach echten Alternativen: Kerzen aus Sojawachs (wenn regional und ohne Regenwaldrodung hergestellt), Hanfwachs oder recycelbare Materialien können eine bessere Wahl sein – vorausgesetzt, sie stammen aus nachhaltiger Produktion. Am besten ist es, Kerzen sparsam zu nutzen oder auf LED-Kerzen mit warmem Licht zurückzugreifen, die Atmosphäre schaffen, ohne die Natur zu belasten.
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