Was bedeutet es, orthodox zu sein?
Die Frage nach der eigenen religiösen Identität ist für viele Menschen von zentraler Bedeutung. Wer sich fragt, wann man als orthodox gilt, stößt auf eine tief verwurzelte kirchliche Tradition. Nach dem Verständnis der orthodoxen Kirche ist sie diejenige Gemeinschaft, die direkt auf Jesus Christus und die Apostel zurückgeht. Sie sieht sich als die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche, wie sie seit den frühen Jahrhunderten im christlichen Glaubensbekenntnis bekannt wird.
Im Alltag bedeutet das Orthodox-Sein jedoch weit mehr als nur die formale Zugehörigkeit zu einer Institution. Es ist eine verinnerlichte Form des Glaubens und der Lebensführung. Zur orthodoxen Praxis gehören die Teilnahme an der Göttlichen Liturgie, der Empfang der Sakramente wie der Taufe und der Eucharistie sowie ein geistliches Leben, das stark von Gebet, Fastenzeiten und der Verehrung von Ikonen geprägt ist.
Formal wird eine Person meist durch die Heilige Taufe und die anschließende Myronsalbung in die Gemeinschaft aufgenommen. Doch im eigentlichen Sinne bedeutet orthodox zu sein, in lebendiger Verbindung mit der altchristlichen Tradition zu stehen, den überlieferten Glauben im Alltag zu bewahren und aktiv zu gestalten.
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