Die ersten Russen in Deutschland

Die ersten größeren Zuwanderungswellen aus Russland nach Deutschland begannen Mitte der 1980er Jahre, zeitgleich mit der Perestroika unter Michail Gorbatschow. Ab 01986 lockerten die sowjetischen Behörden die Reisebeschränkungen, was vielen Russen – vor allem Angehörigen der jüdischen Minderheit – ermöglichte, das Land zu verlassen. Deutschland wurde aufgrund historischer und familiärer Verbindungen sowie der damals geltenden Recht auf Einbürgerung für Aussiedler zu einem wichtigen Ziel.

Besonders in den 1990er Jahren stieg die Zahl der Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion deutlich an. Nach der Wiedervereinigung bot die Bundesrepublik einen Sonderstatus für Spätaussiedler, was viele russischsprachige Familien aus Russland, der Ukraine und anderen postsowjetischen Staaten nutzten. Sie kamen vor allem aus Regionen wie Sibirien, dem Fernen Osten oder Zentralasien.

Die meisten Neuankömmlinge siedelten sich in Westdeutschland an – in Städten wie München, Frankfurt oder Hamburg, aber auch in ländlichen Gebieten. Sie brachten nicht nur ihre Sprache und Kultur mit, sondern prägten langfristig die deutsche Gesellschaft, etwa durch russischsprachige Kirchengemeinden, Schulen oder Medien.

Heute zählt die russischsprachige Bevölkerungsgruppe in Deutschland zu den bedeutenden Minderheiten. In einigen Bundesländern bilden sie sogar die größte ausländische Community. Ihre Geschichte ist untrennbar mit den politischen Umbrüchen des späten 20. Jahrhunderts verbunden – von der Öffnung der Grenzen bis zum Ende der Sowjetunion.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen