Wann und wie starb Jesus von Nazaret?

Jesus von Nazaret wurde nach Überlieferung der vier Evangelien im Auftrag des römischen Präfekten Pontius Pilatus hingerichtet. Diese Hinrichtung fand in Jerusalem statt, während der Zeit des Pessachfestes – einem zentralen jüdischen Hochfest. Laut den Berichten ereignete sich dies an einem Freitag, dem Vortag eines Sabbats, was bis heute als „Karfreitag“ im christlichen Gedenken bewahrt bleibt.

Historisch lässt sich der Tod Jesu in die Amtszeit von Pontius Pilatus einordnen, der von 26 bis 36 n. Chr. als römischer Statthalter in Judäa regierte. Die meisten Fachleute datieren den Tod Jesu daher auf das Jahr 30 oder 33 n. Chr. Die genaue Jahresangabe bleibt unsicher, aber die zeitliche Einordnung ist plausibel: Pessach fällt im Frühjahr, und die Evangelien schildern, wie Jesus in Jerusalem eintraf, um das Fest mit seinen Jüngern zu feiern – kurz bevor er verhaftet, vor Gericht gestellt und schließlich gekreuzigt wurde.

Die Todesart – das Kreuz – war eine römische Hinrichtungsmethode, vor allem für nicht-römische Bürger und als Strafe für Aufrührer. Dass Jesus als „König der Juden“ angesprochen wurde, deutet auf politische Anklage hin: Er galt den Römern als potenzielle Bedrohung der Ordnung. Die jüdischen religiösen Führer spielten nach den Evangelien eine Rolle bei seiner Festnahme und Anklage, doch die endgültige Entscheidung zur Hinrichtung lag bei Pilatus.

Obwohl viele Details im Laufe der Jahrhunderte theologisch vertieft wurden, bleibt die historische Kernüberlieferung klar: Jesus starb gewaltsam, an einem Freitag, während des Pessach, unter römischer Verantwortung – und wurde in einem Felsengrab beigesetzt, wie damals üblich.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen