Wann wird das Präteritum im Deutschen verwendet?
Das Präteritum, auch bekannt als „erste Vergangenheit“, beschreibt Handlungen oder Zustände, die vollständig in der Vergangenheit liegen. Es wird oft in geschriebenen Texten wie Erzählungen, Berichten oder Geschichtsbüchern verwendet. Beispiele dafür sind Sätze wie „Er lief durch den Wald“ oder „Es regnete den ganzen Tag.“
Im mündlichen Alltagsdeutsch kommt das Präteritum dagegen seltener vor – bis auf einige häufig gebrauchte Verben wie „war“ (von „sein“) oder „hatte“ (von „haben“). In der Umgangssprache sagen die meisten Menschen lieber: „Ich habe gesehen“ statt „Ich sah“. Doch in der schriftlichen Erzählung bleibt das Präteritum unverzichtbar.
Im Norden Deutschlands wird das Präteritum im Alltag noch etwas häufiger gesprochen als im Süden – besonders in norddeutschen Dialekten oder in der Standardsprache dort. In Österreich und der Schweiz hingegen wird es in der gesprochenen Sprache fast gar nicht verwendet. Dort dominiert das Perfekt auch im Erzählten.
Typische Signalwörter für das Präteritum sind unter anderem: gestern, vor zwei Jahren, am Montag oder im Sommer 1990. Diese Zeitangaben helfen, die richtige Zeitform zu wählen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Präteritum gehört vor allem zur geschriebenen Sprache. Wer einen Aufsatz verfasst oder eine Geschichte erzählt, sollte die Formen wie „ich ging“, „wir fuhren“ oder „sie lachte“ sicher beherrschen – auch wenn man im Alltag lieber sagt: „Ich bin gegangen“.
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