War Alexander der Große wirklich groß?

Der Name „Alexander der Große“ klingt nach einem riesigen, imposanten Herrscher, der mit seiner Statur wie aus der Masse hervorstach. Doch die historische Wahrheit sieht anders aus: Alexander war vermutlich alles andere als groß gewachsen. Experten zufolge maß er schätzungsweise um die 1,60 bis 1,65 Meter – für seine Zeit zwar nicht ungewöhnlich klein, aber sicher kein Riese.

Die Größe war nicht der Grund für seinen Beinamen.

Der Titel „der Große“ hat nichts mit körperlichen Maßen zu tun, sondern mit der Wirkung seiner Taten. Alexander eroberte in nur zwölf Jahren ein Reich, das vom griechischen Festland bis nach Indien reichte. Sein militärisches Genie, seine strategische Kühnheit und die dauerhafte Verbreitung der griechischen Kultur (Hellenismus) machten ihn unvergesslich. Es war seine historische Bedeutung, die ihm diesen Ehrentitel einbrachte – lange nach seinem Tod.

Interessanterweise war Karl der Große, den viele als mittelalterlichen Giganten vorstellen, tatsächlich ein stattlicher Mann. Archäologische Untersuchungen seiner Gebeine deuten auf eine Körpergröße von etwa 1,84 Metern hin – für das 8. Jahrhundert äußerst beeindruckend. Doch auch ihm wurde der Beiname „der Große“ nicht wegen seiner Statur verliehen, sondern wegen seines Einflusses auf Europa: er festigte das Frankenreich, förderte Bildung und Kirche und gilt als einer der Begründer des Abendlandes.

Größe zählt – aber meist nur im übertragenen Sinn.

Ob Alexander, Karl oder andere „Große“ der Geschichte: ihr Ruhm entstand durch Handeln, nicht durch Körperbau. Ihre Größe zeigt sich bis heute in Büchern, Städten und Kulturen – nicht im Zentimetermaß.

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