Warum ältere Kerzen langsamer brennen

Wer schon einmal eine alte Kerze angezündet hat, kennt das Phänomen: Sie flackert ruhiger, tropft weniger und brennt oft merklich länger als eine neue. Der Grund dafür liegt in der chemischen Zusammensetzung des Wachses – meist Paraffin.

Paraffin besteht aus langen Ketten von Kohlenwasserstoffen. Bei frischen Kerzen sind darunter auch viele kürzere Molekülketten enthalten, die besonders flüchtig sind. Mit der Zeit, besonders bei längerer Lagerung, verdampfen diese leichteren Bestandteile ganz langsam. Was übrig bleibt, sind die schwereren, stabileren Anteile des Wachses.

Das hat eine direkte Auswirkung auf die Brennleistung: Da die flüchtigen, leicht entflammbaren Anteile fehlen, brennt die Kerze insgesamt kühler und langsamer. Die Flamme ist ruhiger, der Docht verbrennt gleichmäßiger – das bedeutet mehr Brenndauer.

Interessanterweise nutzen manche Hobbybastler diesen Effekt gezielt: Wer eine Kerze vor dem ersten Anzünden einige Stunden in den Gefrierschrank legt, verlangsamt ebenfalls die Schmelzgeschwindigkeit des Wachses. Das führt zu einer gleichmäßigeren Abbrennung – ähnlich wie bei einer älteren Kerze.

Es ist also kein Zufall, dass alte Kerzen länger halten. Sie haben sich im Laufe der Zeit verändert – auf eine Weise, die ihren „Lebensabend“ sogar effizienter macht. Ein schönes Beispiel dafür, wie Zeit und Chemie zusammenwirken, ohne dass wir etwas tun müssen – außer zuzusehen, wie das Licht langsam niedergeht.

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