Warum brennen Kerzen nur in der Mitte ab?
Wer kennt es nicht: Man stellt eine neue Kerze an, lässt sie ein paar Minuten brennen und löscht sie wieder – doch beim nächsten Mal bemerkt man, dass sie nur noch in der Mitte nach unten brennt. Der Rand bleibt als dicker Wall aus Wachs stehen. Das Phänomen hat einen Namen: den sogenannten Memory-Effekt.
Was bedeutet das genau? Kerzenwachs "merkt" sich, wie weit die Flamme beim ersten Brennen geschmolzen ist. Hat man die Kerze nur kurz angezündet, bildet sich ein flacher Wachstunnel. Beim nächsten Mal brennt die Flamme nur an dieser Stelle weiter, weil das äußere Wachs nicht flüssig wird. Das Resultat: ein enger Trichter in der Mitte, während der Rest ungenutzt bleibt.
Die gute Nachricht: Man kann dem vorbeugen. Beim ersten Anzünden sollte man die Kerze so lange brennen lassen, bis die Oberfläche komplett flüssig ist – mindestens ein bis zwei Stunden, je nach Größe. Das sorgt dafür, dass das Wachs gleichmäßig schmilzt und kein Memory-Effekt entsteht.
Schon passiert? Kein Grund zur Sorge. Auch bei bereits eingetrockneten Kerzen gibt es Abhilfe: Man kann das überstehende Wachs vorsichtig mit einem Messer abschaben oder die Kerze an einem warmen Ort (etwa im Backofen bei niedriger Temperatur) leicht erhitzen, damit das Wachs gleichmäßiger schmilzt. Wichtig ist nur: Immer für ausreichende Belüftung sorgen und niemals unbeaufsichtigt brennen lassen.
Mit diesen kleinen Tricks hält die Kerze länger – und sieht dabei auch noch schöner aus.
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