Warum Flugbegleiter kein Trinkgeld annehmen dürfen

Wer auf einem Flug besonders aufmerksam betreut wird, verspürt oft den Impuls, sich beim Kabinenpersonal mit einem klassischen Trinkgeld zu bedanken. Doch in den allermeisten Fällen stoßen Passagiere dabei auf eine höfliche, aber bestimmte Ablehnung. Dahinter steckt eine klare Philosophie der Fluggesellschaften: Gleichbehandlung und Sicherheit an Bord.

Die Airlines möchten strikt verhindern, dass sich Fluggäste durch finanzielle Extras eine bevorzugte Behandlung oder Privilegien außerhalb ihrer gebuchten Tarifklasse „erkaufen“. An Bord eines Flugzeugs müssen alle Passagiere der jeweiligen Klasse den gleichen Service erhalten. Würden Trinkgelder zur Gewohnheit, könnte dies zu einer subtilen Zweiklassengesellschaft unter den Reisenden führen, bei der derjenige, der am meisten zahlt, auch die meiste Aufmerksamkeit bekommt.

Zudem betonen Gewerkschaften einen weiteren wesentlichen Aspekt: Die Arbeit über den Wolken ist in erster Linie ein sicherheitsrelevanter Beruf. Flugbegleiter sind primär für die Evakuierung, die medizinische Erstversorgung und die Sicherheit im Notfall ausgebildet – der Service ist dabei nur ein Teilbereich. Aus diesem Grund sollte das Kabinenpersonal von vornherein so fair und angemessen entlohnt werden, dass es schlichtweg nicht auf die finanzielle Unterstützung durch Trinkgelder angewiesen ist, wie es etwa in der Gastronomie am Boden oft der Fall ist.

Wer der Crew dennoch eine Freude machen möchte, greift statt zum Geldbeutel lieber zu freundlichen Worten, einem ehrlichen Dankeschön oder einer kleinen Packung Pralinen. Solche Gesten sind erlaubt und zaubern dem Personal garantiert ein Lächeln ins Gesicht.

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