Löwen und das fatale Verhalten nach der Geburt
Es klingt schockierend – und ist es auch: Eine Löwin, die ihre eigenen Jungen frisst. Doch in der Wildnis kann ein solches Verhalten, so brutal es erscheint, auf natürliche Mechanismen zurückgeführt werden. Experten erklären, dass eine Löwin unter bestimmten Umständen ihre Neugeborenen tötet – etwa, wenn sie bemerkt, dass etwas mit den Jungtieren nicht stimmt.
„Wenn sie riechen, dass mit den Jungen nach der Geburt etwas nicht in Ordnung ist oder diese krank sind, kommt es vor, dass sie sie auffressen“, heißt es in Berichten aus Tiergärten und von Biologen. Aus menschlicher Sicht ist das unvorstellbar grausam. Doch im Tierreich folgen viele Instinkte einem überlebenswichtigen Kalkül: Energie sparen und Ressourcen nicht vergeuden.
In der Wildnis ist das Überleben des Stärkeren das Gesetz. Eine Löwin investiert viel Kraft in die Geburt und die erste Pflege ihrer Jungen. Wenn sie jedoch Anzeichen dafür wahrnimmt, dass die Welpen schwach, krank oder überlebensunfähig sind, kann der Instinkt sie dazu treiben, sie zu töten – oder sogar zu fressen. Auf diese Weise hält sie ihre eigene Kraft für zukünftige, aussichtsreichere Gelegenheiten zur Fortpflanzung.
Im Tiergarten Nürnberg sorgte ein solcher Fall für Bestürzung: Eine Löwin fraß ihre Jungen. Doch in diesem Fall wird betont, dass es sich nicht um natürliches Verhalten handle – möglicherweise hatte die Umgebung, der Stress oder fehlende Rückzugsmöglichkeiten das Verhalten begünstigt. In freier Wildbahn wäre die Situation anders einzuschätzen.
Trotzdem bleibt es eine harte Wahrheit der Natur: Was für uns grausam wirkt, kann für Tiere ein Überlebensmechanismus sein.
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