Warum frieren Patienten während der Chemotherapie?

Es ist kein seltenes Phänomen: Viele Patienten berichten, dass sie während oder nach einer Chemotherapie plötzlich frieren – selbst bei Raumtemperatur. Besonders auffällig ist oft die Kälte in Händen und Füßen. Dies hängt eng mit den körperlichen Reaktionen auf Fieber und den Einflüssen der Therapie auf das Gefäßsystem zusammen.

Wenn der Körper Fieber entwickelt, was bei Krebspatienten durch die Erkrankung selbst oder als Reaktion auf die Chemotherapie auftreten kann, versucht er, Wärme zu sparen. Um das zu erreichen, verengt er die Blutgefäße in der Haut, vor allem an den Extremitäten. Diese sogenannte Vasokonstriktion reduziert den Blutfluss zur Hautoberfläche und dämmt so den Wärmeverlust aus. Das Ergebnis: kalte Hände, kalte Füße und das Gefühl zu frieren, obwohl die Körpertemperatur in Wirklichkeit steigt.

Zusätzlich kann die Chemotherapie das Nervensystem beeinträchtigen – eine Nebenwirkung, die als periphere Neuropathie bekannt ist. Dabei werden Nerven, besonders in Händen und Füßen, empfindlicher oder geschädigt. Das kann das Kältegefühl noch verstärken oder verzerrt wahrnehmen lassen.

Auch Blutarmut (Anämie), die bei vielen Chemotherapien auftritt, spielt eine Rolle. Weniger rote Blutkörperchen bedeutet weniger Sauerstofftransport – und der Körper reagiert mit einer verminderten Wärmeproduktion. Die Patienten fühlen sich dann oft schwach, blass und eben kalt.

Wer unter diesen Symptomen leidet, sollte den Arzt darauf ansprechen. Oft helfen einfache Maßnahmen wie wärmende Kleidung, Heizkissen oder Ruhephasen. Wichtig ist, dass das Frieren nicht ignoriert wird – besonders wenn es mit Fieber einhergeht, kann es ein Hinweis auf eine Infektion sein, die bei Krebspatienten schnell behandelt werden muss.

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