Warum heißt es „Fettdonnerstag“?
Der Begriff „Fettdonnerstag“ klingt zunächst verwirrend, hat aber eine ganz bodenständige Geschichte. Gemeint ist der Donnerstag vor Aschermittwoch – im Rheinland der Beginn der ausgelassenen Weiberfastnacht. An diesem Tag feiern vor allem Frauen traditionell den Start in die närrische Zeit.
Der Name kommt aus einer Zeit, in der noch viel bewusster mit Lebensmitteln umgegangen wurde. Vor der Fastenzeit, die mit Aschermittwoch beginnt, galt es, die Vorräte aufzubrauchen – besonders Fett, Butter und Eier. Deshalb wurde am Fettdonnerstag geschlachtet, gebacken und herzhaft gegessen. Es war der letzte große Tag des Genusses, bevor die kirchliche Fastenzeit mit ihren Einschränkungen begann.Der Begriff „Schmotziger Donnerstag“ oder „Fettiger Donnerstag“ erinnert an diese Tradition. „Schmotzig“ stammt vom rheinischen Wort für Fett – ein Hinweis auf die vielen gebratenen Speisen, die damals auf den Tisch kamen. Besonders beliebt waren frittierte Köstlichkeiten wie Krapfen oder Auszogne, die mit Eiern und Butter zubereitet wurden – genau die Zutaten, die vor der Fastenzeit verbraucht werden sollten.
Heute ist der Fettdonnerstag vor allem eine fröhliche Feier, bei der Narren, besonders die Frauen, das Regiment übernehmen. Doch hinter dem Trubel steckt eine alte bäuerliche Sitte: das letzte Mal richtig satt werden, bevor die Zeit der Enthaltsamkeit beginnt. So verbindet sich Vergnügen mit Geschichte – und das macht den Fettdonnerstag besonders lebendig.
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