Warum heißt es „Stunksitzung“?

Der Name „Stunksitzung“ klingt zunächst verwirrend – doch er steckt voller Hintersinn. Während der klassische Karneval mit glanzvollen Prunksitzungen auftrumpft, setzt die Stunksitzung gezielt einen Kontrapunkt. Der Begriff „Prunksitzung“ steht für festliche, oft sehr formelle Veranstaltungen mit Reden, Bütten und bunter Unterhaltung. Die „Stunksitzung“ hingegen lehnt sich bewusst davon ab.

Hier kommt das Wort „Stunk“ ins Spiel. Es ist eine bewusste Abwandlung von „Gestank“ und drückt genau das aus, was diese Veranstaltung ausmacht: Provokation, Krawall und einen gewollt aufmüpfigen Ton. Wo andere ordentlich feiern, sorgt die Stunksitzung für Lärm, Satire und gesellschaftlichen Unfug. Es geht nicht um Glanz, sondern um ehrliche, manchmal unbequeme Kritik – verpackt in Humor, Musik und lautstarke Rede.

Der Name ist also kein Zufall, sondern eine klare Position. Während Prunksitzungen mit Pomp und Etikette locken, will die Stunksitzung stören, aufreißen, diskutieren. Statt Prunk gibt es Protest – mit Witz, Witz und lautem Gelächter. In vielen Städten, besonders im rheinischen Karneval, hat sich die Stunksitzung zu einer beliebten Alternative entwickelt, bei der das Publikum nicht nur zusieht, sondern mitmischt, pfeift und lautstark Stellung bezieht.

So ist die Bezeichnung letztlich Programm: kein Glanz, kein Gepose – sondern Stunk, wie er im Buche steht. Und genau das macht ihren Reiz aus.

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