Warum heißt Gifhorn „Gifhorn“?

Der Name der niedersächsischen Stadt Gifhorn klingt ein wenig rätselhaft – doch seine Herkunft ist gar nicht so mystisch, wie man meinen könnte. Tatsächlich verrät schon die früheste schriftliche Erwähnung des Ortes im 13. Jahrhundert Hinweise auf seine Bedeutung: 1213 hieß es „Gefhorne“, später „Gifhorn“ und 1429 „Ghifhorn“.

„Horn“ bedeutet hier nicht das Tier, sondern eine geografische Form. Im mittelniederdeutschen Sprachraum bezeichnete „horn“ eine spitze oder keilförmige Landzunge – ein „Sporn“ zwischen zwei Flüssen. Genau das trifft auf Gifhorn zu: Die Stadt liegt an der Mündung der Ise in die Aller, und diese Lage auf einem schmalen, vorspringenden Stück Land führte zur Namensgebung.

Die Silbe „Gif-“ stammt dabei nicht etwa von „Gift“, wie man vermuten könnte, sondern ist eine alte Lautform, die sich aus der ursprünglichen Bezeichnung entwickelt hat. Der Duden zu geographischen Namen in Deutschland bestätigt: Der Ortsname bezeichnet ursprünglich eine Stellenbezeichnung, also eine Beschreibung des Ortes nach seiner Lage.

So ist Gifhorn also wortwörtlich ein „Horn“ – kein Tierhorn, sondern ein Stück Land, das wie ein Sporn zwischen zwei Flüssen hervorragt. Ein Name, der zeigt, wie eng die Menschen früher mit der Landschaft verbunden waren und wie genau sie ihre Umgebung beschrieben. Heute erinnert der historische Name an die natürliche Besonderheit der Stadt – und macht ihn zugleich einzigartig in Deutschland.

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